Chatbots helfen bei Depressionen? Öm…

Das „Panel Gesundheit“ in Deutschland 2024
https://www.rki.de/DE/

Das RKI erfasst in seinem Panel Gesundheit die Verteilung von psychischen Belastungssymptomen, wie Depressionen, nach Altersgruppen und zeichnet eine Tendenz innerhalb der Bevölkerung ab. Fazit: Tendenz steigend. Immer mehr Menschen haben Depressionen.

Als Gründe werden steigende psychosoziale Risiken wie Stress, soziale Isolation und intensive Nutzung sozialer Medien diskutiert, ergänzt durch länderübergreifende Belastungen wie Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheit und finanzielle Risiken sowie Unterschiede in der Wahrnehmung von Symptomschwere zwischen Generationen. Das multiple Krisengeschehen der letzten Jahre könnte diese Altersgruppe zusätzlich besonders belastet haben […] darunter anhaltende Einsamkeit […]1

Viele junge Leute geben an, dass sie sich bei Problemen an Chatbots wenden, und prompt entwickelt sich die Idee, LLMs die Betreuung von Menschen zu überlassen, die beispielweise jahrelang auf einen Therapieplatz warten müssen. Quasi als Überbrückungstechnologie.

Jeder siebte Mensch weltweit kämpft mit seelischen Erkrankungen. „Diese Menschen werden wir nicht alle erreichen, indem wir mehr Psychiater einstellen. Aber vielleicht mit Smartphones“, schreibt der US-Psychiater Tom Insel.2

Ja, fantastische inselbegabte Idee! Wir bekämpfen das Gefühl der Einsamkeit und der seelenlosen Leere mit LLM-Bots, weil Menschen es nicht hinkriegen einander das Gefühl zu geben, wertvoll und ok zu sein.

Wie wäre es damit die Wurzeln des Problems anzugehen, die Menschen wo sie gehen und stehen nicht ausschließlich auf bedürfnisorientierte Mangelwesen zu degradieren, sie überall mit Werbung zuzumüllen, sie online zu missbrauchen, sie politisch zu verfeinden und gegeneinander auszuspielen, von ihnen abzuverlangen immer besser und maschinengleich in der Arbeitswelt zu performen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, nur ihre Humanrendite wäre ihr einziger Daseinszweck? Wie wäre es, dafür zu sorgen, dass man durch menschenfreundliche Politik Lebensrealitäten von Menschen angleicht, anstatt das wir zulassen, dass wenige privilegierte Menschen privilegiert bleiben und viele unterprivilegierte morgen auch wieder verlieren werden?

Ehrlich gesagt ist es in einer Welt, die ständig die echten Psychopathen wie zB Musk, Jobs, Besos, Trump, und wie sie alle heißen, als einzig anzustrebendes Erfolgsmodell feiert und alle anderen Daseinsformen in einer bis in ihre letzten Winkel weltumspannenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung systematisch verhungern lässt, auch gar kein Wunder, dass Menschen darüber depressiv werden. Und das schließt noch nichtmal die Zerstörung unseres Planeten aus Gier mit ein.

Ballern wir die Chatbots doch ein bißchen mit Werbung zu, machen aus der psychologischen Betreuung ein Premium-Feature und verkaufen diese Gesundheitsdaten für Geld, um das Nutzerlebnis zu verbessern. Siri? Hast Du mitgehört?

„Ja, ich habe mitgehört, wenn Du möchtest, kann ich einen Termin bei einem Psychologen vereinbaren. Wusstest Du, dass Du bequem mit Deinem Handy ab jetzt in allen Verkaufsstätten der Trollpimmel GmbH für einen Discount von 25 € einkaufen kannst? Gib dazu einfach den Rabattcode XF33RZZSLL-0025 ein und genieße wahnsinnig tolle und interessante Angebote! Soll ich Dir einen Termin buchen?“

Nein, Du sollst Dich selbst löschen, damit ich meinen Erlebnishorizont wieder in das analoge Leben verlagern kann und aufhöre so zu tun, als sei das Onlineleben in IRGENDeiner Weise relevant für mein Wohlbefinden!!!!!111!!!1!!11

Schrieb er in seinem online-Blog.

  1. Gemeint ist hier die Altersgruppe der unter 25 Jährigen. ↩︎
  2. Beitrag von Christiane Löll auf GEO – „Kann ein Kummer-Chatbot bei Depressionen helfen?“ ↩︎